Die eigene Berufung leben – mein Kongress Rückblick für Dich!

Wie schnell die Zeit vergeht, jetzt liegt der große Berufungs-Kongress 2018 in der Schweiz auch schon wieder hinter mir.

Spannend war es, mit all den großen Namen aus meiner Branche die Bühne zu teilen.

Interessant zu erleben, wie unterschiedlich die Herangehensweisen an das Thema Berufung sein können, um dann wieder zu sehen, wie groß am Ende doch die Schnittmenge ist.

Und wie spürbar die große Sehnsucht vieler Teilnehmer, endlich die eigene Bestimmung zu finden, DAS EINE zu finden, was uns jeden Tag mit tiefer Freude erfüllt, dem Leben den richtigen Sinn verpasst und dem Bankkonto die angemessene Befüllung.

Ich selber habe meine Berufung gefunden, so fühlt es sich zumindest an. Das kann sich vielleicht auch noch mal verändern, man weiß es ja nie so genau, was das Leben noch mit einem vorhat.

Deshalb glaube ich, es ist beides, höchst erstrebenswert und gleichzeitig sollten wir auch nicht alles davon abhängig machen. Für mich gilt es, sich auf den Weg zu machen und auch die Reise zu genießen. Sonst machen wir uns abhängig vom Ankommen, vom endlich endlich ENDLICH das EINE finden, was uns satt, glücklich und beseelt macht – und das bitte jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde.

In diesem Zusammenhang hat mich Veith Lindau tief beeindruckt, der genau diesen Aspekt sehr deutlich und in vielen Facetten beleuchtet hat. Manchmal ist die Berufung leben den besten Kuchen backen und damit den Menschen Freude bereiten. Die Berufung zu leben kann viel Schweiß, Tränen und auch Ringen mit sich bringen. Die Berufung zu leben ist immer wieder auch in Veränderung zu sein, nachzubessern oder auf einmal zu merken, dass ein Thema nicht mehr passt und wir rausgewachsen sind. Berufung heißt zu verstehen, dass wir einen Grund haben hier zu sein, dass wiederum ist aber nicht gleichbedeutend damit, dass uns dann jeden Tag die Sonne aus dem Hintern scheint.
Denn das wäre so ähnlich, wie die Idee, dass mit dem richtigen Partner der Alltag immer voller Liebe, Glück und Sorglosigkeit ist. Eben genau nicht. Der richtige Partner lädt ein zu wachsen, zu heilen und auch sich zu reiben. All das bedeutet auch immer wieder Wachstumsschmerzen und die tun oft ganz schön weh – das kann ich bestätigen.

Aber was hilft denn nun? Vor allem für die, die noch feststecken in etwas was nicht mehr passt, gefällt oder unglücklich macht, aber noch so gar keine Idee haben, wo die Reise hingehen könnte?

Ich hätte da eine Idee: Ganz viel ausprobieren. Wieder neugierig und offen werden wie die Kinder. Erfolg und Sicherheit mal für einen Moment vergessen und losrennen, um zu schauen, was die Welt noch so alles zu bieten hat.

Und hier kommen meine Top Ten für alle Berufungs-Sucher:

1. Nimm Dir frei und mach ein Praktikum.

2. Nimm Dir frei und gehe auf Reisen, aber dahin wo Du noch nie warst. Rede mit vielen Menschen und lerne jeden Tag dazu.

3. Fange an ehrenamtlich zu arbeiten und probiere dabei so lange unterschiedliche Sachen aus, bis Du etwas gefunden hast, was Dein Herz nährt.

4. Frage Menschen, die ihre Berufung gefunden haben oder zumindest großen Spaß an Ihrem Job haben, wie sie da hingekommen sind, wo sie sind.

5. Mache für mindestens vier Wochen jeden Tag etwas, was Du bisher noch nie gemacht hast.

6. Wovon hast Du immer geträumt, es aber noch nicht in die Tat umgesetzt? Probiere es jetzt aus!

7. Leiste Dir einen Sparringspartner(in) und lass Dich auf der Suche begleiten. Oft ist von außen bereits sichtbar, was Du noch nicht erahnst.

8. Hör auf zu suchen und lass Dich finden. Meditation nach Veith Lindau: Geh jeden Morgen auf die Knie und sage für ein paar Minuten: Leben, nimm mich!

9. Reflektiere vier Woche lang jeden Abend Deinen Tag und frage Dich: Wann habe ich heute tiefe Freude empfunden? Wo war ich in diesem Moment? Was habe ich in diesem Moment gemacht? Wer war in diesem Moment bei mir? Hast Du nach vier Wochen noch nichts neues oder spannendes über Dich erfahren, dann mach weiter, bis Du auf einer guten Spur bist.

10. Für die ganz Mutigen: Höre auf mit dem was Dich
unglücklich macht und zwar sofort. Das könnte auch die Kündigung von Deinem jetzigen Job sein. Hab Vertrauen, dass sich durch das Vakuum was jetzt entsteht, etwas Neues zu Dir kommen kann. Das geht natürlich nur, wenn Du nicht eine Familie zu ernähren hast oder dann sofort unter die Brücke ziehen musst – bitte unbedingt beachten!!! Und das Neue darf natürlich über Bewerbungen, Netzwerken, Jobs ausprobieren, selbständig machen eingeladen werden…

Und das Allerwichtigste:

Verliere nicht den Humor und denk immer daran, dass Leben liebt Dich, genauso wie Du bist. Wir leben vorwärts und verstehen manchmal erst im Nachgang, warum etwas schwer oder leicht war, warum es hoch oder richtig tief runter ging.

Also schau liebevoll auf Dich und Deine Entwicklung, probiere möglichst viel aus und bewahre Dir ein mutiges Herz.

Deine Tanja

(Fotocredit: Frank Bauer / Geckofoto.ch)