Negative Emotionen sind ok – aber lad sie nicht zum Kaffee trinken ein :-)

Ich bin gerade wieder zurück aus Berlin und durfte beim wunderbaren Denys Scharnweber lernen. Bei mir selber ist aktuell viel in Bewegung und so lerne ich gerade nicht „nur“ für meinen Job und meine Klienten, sondern auch für mich und meine persönliche Weiterentwicklung.

Heute möchte ich einen guten Impuls aus der Ausbildung mit Euch teilen. Möge er Euch ebenfalls begeistern und den Gedanken eine neue Richtung geben:

Negative Emotionen und Gefühle sind gut, um sich auszudrücken – aber lade sie nicht zum Kaffee trinken ein.

Ich finde, das geht direkt vom Kopf durch den Bauch ins Herz. Wir dürfen uns ruhig ärgern und wütend sein, wir können Trauer spüren und ausdrücken. Aber wir dürfen lernen, nicht in diesen Gefühlen zu verbleiben und ihnen anzuhaften. Denn immer dann werden wir eins mit dem Gefühl und das Gefühl drückt sich über uns und nicht mehr wir über das Gefühl aus.

Erst mal klar, oder?

Ich habe mich in den letzten 5 Tagen beobachtet und einige meiner Muster erkannt, also Situationen in denen ich meinem alten Drama und damit alten Emotionen anhafte. Und ich durfte lernen, dies nicht mehr zu tun. Das geht allerdings nur, wenn es wirklich eine innere Entscheidung gibt, das Thema loszulassen und mich dem zu öffnen, wer ich bin, ohne diese angehaftete Emotion. Das wiederum hat viel mit Loslassen und Vergebung zu tun und mit dem MUT mich neu zu entdecken.

Manchmal dauert ein solcher Prozess länger, manchmal ist die Erkenntnis was wir da seit Monaten oder vielleicht sogar seit Jahren mit uns machen so tief und mächtig, dass sie uns rausreißt aus diesem Muster und von jetzt auf gleich in einen anderen Zustand katapultiert. Ich habe schon beides erlebt: Lange Prozesse der Veränderung und Heilung und eben auch manchmal einen großen Knall mit direkter nachhaltiger Veränderung.

Der erst Schritt ist sicherlich das Bewusstwerden des Musters / Programms was wir erschaffen haben.
Wie genau sorge ich dafür, dass ich immer wieder das Drama hochholen und aufrechterhalten kann? Wie verknüpfe ich die alten Gefühle und Gedanken mit meinem aktuellen Alltag? Immer wenn, dann….

Der zweite Schritt ist die Überprüfung und Würdigung dieses Musters:
Ist das Muster noch hilfreich für mich? Macht es mich stark, glücklich und frei? Meist wird hier klar, wir haben es uns aus einem guten Grund zugelegt, aber jetzt passt es nicht mehr und schwächt uns. Für mich gehört die Würdigung, anstelle der Abwertung zum guten Heilungsprozess. Ja, es war mal hilfreich, manchmal sogar überlebensnotwendig. Es ist in Ordnung, dass es da war, es war die damals bestmögliche Lösung für uns, aber jetzt passt es eben nicht mehr.

Dieser Schritt hat viel mit Vergebung zu tun. Entweder uns oder auch den anderen. Ich finde diesen Schritt wirklich einen der schwierigsten. Ich glaube aber, dass dieser Schritt notwendig ist, damit wir dann auch das alte Muster loslassen können. In der Vergangenheit habe ich oft versucht loszulassen, ohne zu Vergeben. Ich denke ihr kennt den Ausgang? Hat nicht wirklich gut geklappt 🙂

Also erst Vergeben, dann Loslassen. Meist passiert das Loslassen aber automatisch beim Vergeben – sozusagen two-in-one.

Mich haben diese 5 Tage Ausbildung mal wieder sehr bereichert. Es hat MUT gekostet sich den eigenen Themen zu stellen, sich verletzlich zu zeigen, sichtbar zu sein mit den eigenen Schattenseiten. Und wie immer wird dieser MUT belohnt, denn er bringt neue Freiheiten und Möglichkeiten mit sich.

Ich wünsche Euch ebenfalls den MUT, immer wieder ein Stück näher an Euch und Euren Kern zu kommen – damit Ihr Euch leben und Euer DING in die Welt bringen könnt.

Lasst es Euch gut gehen!
Herzlich
Eure Tanja