Sind Sie achtsam?

Ich bin es oft nicht. Während ich dies hier schreibe, läuft das Radio. Zwischendurch schaue ich auf mein Handy. Oft erwische ich mich im Alltag dabei, dass ich meine Aufmerksamkeit aufteile: Während ich meine Emails checke, nehme ich einen Anruf entgegen und merke dann irgendwann, dass mir der Gesprächsfaden entglitten ist. Wir Menschen, egal ob Mann oder Frau, sind nicht multitaskingfähig. Das Gerücht hält sich hartnäckig, dass wir Frauen es können, aber es stimmt einfach nicht. Ich trete den Beweis dafür jeden Tag an. Und noch wichtiger, auch wenn wir es ständig machen, das sogenannte Multitasking, wir werden nicht besser darin. Das menschliche Gehirn funktioniert einfach anders. Statt dessen werden wir nur gestresster, unaufmerksamer und am Ende unzufrieden und ausgebrannt. Jetzt könnte man sagen, das bringt unsere Zeit einfach mit sich, so ist es halt. Oder wir können uns einen neuen Freiraum schaffen und unsere Aufmerksamkeit schulen.

Es werden immer mehr Studien dazu durchgeführt, wie Achtsamkeit unseren Arbeits- und Lebensalltag verändern kann. Im letzten Jahr waren es fast 700 Studien. Eine Studie führt gerade die Kalapa Academy in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Kohls und Team durch.

Die Ergebnisse zeigen, wie hilfreich Achtsamkeitstraining unsere Lebensqualität und unseren Arbeitsalltag beeinflusst:

  • Deutlich weniger Belastung durch Stress, Verbesserung des Immunsystems, Stärkung der Belastbarkeit und damit auch verbunden weniger Krankheitstage
  • Klarerer Fokus und erhöhte Konzentration während der Arbeitsprozesse
  • Ausbau der Fähigkeit, auch in unruhigen Zeiten ruhig und entspannt zu bleiben
  • Deutlich konstruktivere Beziehungen mit anderen Mitarbeitern
  • Mehr Akzeptanz und erhöhte Zufriedenheit mit der bestehenden Arbeitssituation
  • Erhöhte Selbstreflexivität

(Quelle: https://kalapaacademy.de/forschung/forschungsprojekt)

Mich überzeugen diese Ergebnisse. Und ich möchte versuchen achtsamer mit mir und meinem Alltag umzugehen. Den kleinen Achtsamkeitscoach von Doris Iding hab ich schon neben mir liegen. In diesem steht einiges zur Grundhaltung der Achtsamkeit: Im Hier und Jetzt auf eine Sache seine Aufmerksamkeit richten, keine Bewertung, nur Annahme dessen was ist. Und wenn ich unruhig bin, dann darf auch das einfach sein.

Und natürlich gibt es als Unterstützung auch schon eine Achtsamkeits-App:-) Für alle die auf die Technik an dieser Stelle nicht verzichten möchten. Wie auch immer das Herangehen ist, wichtig ist es, regelmäßig zu üben und immer wieder die Aufmerksamkeit zu schulen. Also, wenn ich schreibe, schreibe ich! So einfach! Und doch so schwer!

Damit es einfacher wird, hier eine kleine Übung, die Ihnen den Einstieg erleichtern kann:

Der Mini-Bodycheck

  • Setzen Sie sich aufrecht hin, schließen Sie die Augen und lassen Sie die Schultern nach unten sinken.
  • Dann wandern Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit durch den Körper. Fangen Sie beim linken Fuß an, wandern Sie durchs linke Bein und gehen Sie dann zum rechten Fuß und rechten Bein über. Wandern Sie weiter durch das Becken, den Bauchraum, den Brustkorb, die Schulterblätter, den Rücken, den rechten und linken Arm bis zum Hals, Kopf und Gesicht.
  • Atmen Sie dann ganz bewusst von der Nase hoch zum Scheitel ein und stellen Sie sich vor, dass hier ein Punkt ist, so groß wie ein Zwei-Euro-Stück, der sich mit diesem Einatmen öffnet. Atmen Sie dann durch den ganzen Körper über die Füße aus.
  • Beim nächsten Atemzug atmen Sie über die Füße ein, durch den ganzen Körper hoch zum Punkt am Scheitel, und atmen Sie dort aus. Atmen Sie ein paar Minuten lang ein und aus.
  • Dehnen Sie sich zum Schluss.

(Quelle: Der kleine Achtsamkeitscoach, Doris Iding)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen mehr Achtsamkeit im Umgang mit Ihnen und Ihrem Alltag, es lohnt sich!

Herzlich

Ihre

Tanja Peters